Von Transparenz und Lücken: Das Projekt OpenAfriColl an der Goethe-Universität Frankfurt
Judith Blume, Sebastian Burger (Frankfurt am Main)
Von September 2022 bis Februar 2023 führte die Koordinationsstelle der Sammlungen der Goethe-Universität Frankfurt das Projekt „Open AfriColl. Objekte aus Afrika in den Sammlungen der Goethe-Universität“ durch, das vom Zentrum für interdisziplinäre Afrikastudien finanziert wurde. Intention des Projekts war es, alle vorhandenen Informationen über den Inhalt und die Herkunft der zahlreichen Objektgruppen in den Sammlungen an der Goethe-Universität, die vom afrikanischen Kontinent stammen oder sich mit ihm befassen, öffentlich zugänglich zu machen. Dezidiert ging es nicht darum neue Informationen zu erzeugen, sondern mit vorhandenen Informationen transparent umzugehen. Auf der Website www.open-africoll-gu.de sowie in der Frankfurter Sammlungsdatenbank CODA (coda.ub.uni-frankfurt.de) ist es nun möglich, ca. 50 verschiedene Konvolute aus 16 Sammlungen anhand verschiedener Kriterien zu durchsuchen.
Da zahlreiche Sammlungen über keine umfangreiche Erschließung auf Objektebene verfügen, wurde der Zugang über Objektkonvolute gewählt. Zudem wurde im Projekt entschieden, die vorhandenen Wissenslücken nicht zu kaschieren, sondern im Gegenteil auszuflaggen. Ein Ziel war es dabei auch, neue Forschungen und Kollaborationen zu initiieren. Der Vortrag wird das Projekt, seine Vorgehensweise und seine Ergebnisse vorstellen. Drei Jahre nach Projektende ist die Vorstellung auch ein Anlass, um noch einmal auf die Herausforderungen und die langfristige Wirkung des Projektes zu blicken bzw. diese gemeinsam zu diskutieren.
Dr. Judith Blume studierte Geschichte, Literatur- und Kulturwissenschaft in Tübingen, Hamburg und Aix-en-Provence. 2017 schloss sie ihre Promotion zur Wissens- und Konsumgeschichte des Sammelbildalbums an der Goethe-Universität Frankfurt ab. Seit 2010 arbeitet sie in unterschiedlichen Zusammenhängen und Funktionen mit den Sammlungen der Goethe-Universität und setzt sich mit dem Thema wissenschaftliche Sammlungen auseinander, u.a. als Referentin für Ausstellen an der Zentralen Kustodie der Universität Göttingen. Seit 2018 leitet sie die Koordinatorin der universitären Sammlungen an der Universitätsbibliothek Frankfurt und war in dieser Funktion auch an dem Projekt "Open AfriColl" beteiligt.
Sebastian Burger studierte Psychologie an der Universität Würzburg und arbeitete anschließend im Projekt "Insight" im Zentrum für Geschichte der Psychologie. Seit 2021 ist er in der Sammlungskoordination der Goethe-Universität, angesiedelt an der Universitätsbibliothek Frankfurt, tätig und unterstützt dort die digitale Arbeit mit den Sammlungen, insbesondere durch den Aufbau und die Entwicklung der Sammlungsdatenbank CODA. Während dieser Zeit betreute er als Projektmitarbeiter das "Open AfriColl"-Projekt.