Der Heidelberg Accession Index (HAI): Digitale Erschließung historischer Zugangsbücher und Inventare
Maria Effinger (Heidelberg)
Seit 2024 wird an der Universitätsbibliothek Heidelberg der „Heidelberg Accession Index (HAI)“ aufgebaut, ein digitales Nachweisinstrument für Zugangsbücher und Bestandsverzeichnisse deutscher Museen und Sammlungen. Sie sind nicht nur eine wertvolle Primärquelle für die Provenienzforschung und Objektgeschichte, sondern darüber hinaus ein wichtiges Arbeitsinstrument für den Museums- und Sammlungsalltag. Über Generationen hinweg haben Museumsdirektor:innen, Wissenschaftler:innen und Kurator:innen Notizen, Korrekturen und Ergänzungen zu den Einträgen hinzugefügt; sie spiegeln deshalb die wechselhafte Geschichte der Sammlungen.
Ein aktueller Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung der Inventare der universitären Sammlungen der Universität Heidelberg sowie deren Integration in den HAI. Ergänzend werden in einem Pilotprojekt Transkriptionen erstellt und in TEI-XML kodiert, einschließlich der Anlage strukturierter Register, um eine vertiefte inhaltliche Erschließung und Nachnutzung zu ermöglichen.
Der Beitrag adressiert zudem Herausforderungen des Rechtemanagements, insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Perspektivisch sollen zudem KI-gestützte Verfahren zur Unterstützung der Volltexterzeugung und Erschließung eingesetzt werden.
Maria Effinger studierte Klassische Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., absolvierte im Anschluss ein Referendariat für den höheren Bibliotheksdienst in Frankfurt a. M. und ist seit 1998 Wissenschaftliche Bibliothekarin an der Universitätsbibliothek Heidelberg. Sie ist dort u.a. Fachreferentin für Kunstgeschichte, Leiterin der Abteilung Publikationsdienste, Kulturelles Erbe und Digital Humanities, Geschäftsführerin des Heidelberger Universitätsverlags "Heidelberg University Publishing (heiUP)", Open Access-Beauftragte der Universität sowie CoSpokesperson von NFDI4Culture. Zu ihren Projekten gehören u.a. die DFG-geförderten Fachinformationsdienste arthistoricum.net und Propylaeum und dort vor allem eine nachhaltige Infrastruktur für elektronisches Publizieren im Open Access. Weitere wichtige Arbeitsschwerpunkte sind im Kontext zahlreicher Editions- und Digitalisierungsprojekte der Aufbau des Portals "German Sales" und der "Heidelberg Accession Index (HAI)".
Online-Vortragsreihe im Verbundprojekt SODa – Sammlungen, Objekte, Datenkompetenzen an der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland, Humboldt-Universität zu Berlin
Provenienzforschung wird immer digitaler: Sei es bei der Erschließung von Quellenmaterial, beim Nutzen der zahlreich bestehenden Datenbanken zur Recherche oder bei der visuellen Auswertung von Forschungsdaten. In den „Werkstattberichten Digitale Provenienzforschung“ geben Forschende Einblicke in digitale Methoden, Werkzeuge, Praktiken und Ressourcen.
Kontakt: gabriele.zoellner@hu-berlin.de