Werkstattberichte Digitale Provenienzforschung: Archivdaten für die Provenienzforschung – im Spannungsfeld von qualitativer Forschung und fuzzy data

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Stella Baßenhoff, Tobias Gurok, Dominic Strieder (Potsdam)

Seit 2020 wertet das OFP-Projekt Akten zum Vermögensraub im Nationalsozialismus durch die Reichsfinanzverwaltung aus. Das Besondere dabei ist, dass erstmals eine Massenquelle aus der NS-Zeit hinsichtlich der in den Akten dokumentierten Standorte von geraubten Kulturgütern systematisch mithilfe digitaler Werkzeuge ausgewertet wird.
Die Erstellung und Nutzung von OCR-Daten bildet die Voraussetzung für die teilautomatisierte Auswertung der Akten. Voraussetzung dafür waren neben qualitativ erfassten Archivdaten und der Umsetzung von Standards bei der Erstellung von digitalen Repräsentationen von Archivgut auch die Entwicklung eines eigenen Auswertungstools, das die Durchsuchbarkeit des Textkorpus gewährleistet. Die Entwicklung sowie die Nutzung der Daten und Werkzeuge berührt verschiedene Aspekte im Spannungsfeld von fuzzy data, qualitativer Forschung und der Nachnutzbarkeit der Ergebnisse in Archiven und Forschungskontexten. Das betrifft insbesondere den Umgang mit blinden Flecken und Fehlern im auswertbaren Textkorpus, die Rolle des „human in the loop“ bei teilautomatisierten Auswertungsprozessen sowie ethische, technische und rechtliche Aspekte bei der Auswertung und Bereitstellung von verschiedenen Datentypen.
Anhand von Praxisbeispielen wollen wir zu den genannten Themenfeldern Lösungswege aufzeigen, lessons learned thematisieren und Probleme diskutieren. 

Dominic Strieder ist Archivar und Historiker und seit 2020 wissenschaftlicher Archivar im OFP-Projekt. Er ist dort zuständig für die Revision von Metadaten, Erfassung qualitativer Forschungsdaten, Recherchen zur Verwaltungsgeschichte der Vermögensverwertungsstelle und Fragen zur Veröffentlichung von Metadaten und archivischen Quellen in diesem Zusammenhang.

Tobias Gurok ist Kunsthistoriker und Leiter des Referats Digitalisierung im Brandenburgischen Landeshauptarchiv. Innerhalb des OFP-Projekts arbeitete er von 2020-2023 als Informationswissenschaftler und nahm dabei die Aufgabe der Gesamtprojektkoordination wahr. Er betreute in diesem Zusammenhang u.a. den Aufbau der Forschungsinfrastruktur sowie die externe Digitalisierung.

Stella Baßenhoff ist seit 2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Provenienzforschung im OFP-Projekt. Sie studierte Kunstgeschichte in Berlin und spezialisierte sich während ihres Masters im Bereich der Provenienzforschung. Sie beteiligte sich an Rekonstruktion der Kunstsammlung des Verlegers Rudolf Mosse. Zudem war sie vor dem Projekt im Deutschen Bundestag, bei dem Auktionshaus Sotheby’s in London, der Berliner Galerie Sprüth Magers und als freiberufliche Provenienzforscherin tätig.

 

Anmeldung nicht erforderlich! 
Link zum Einwählen: https://sammlungen.io/join

 

Vortrag im Rahmen der Online-Vortragsreihe "Werkstattberichte Digitale Provenienzforschung"

Provenienzforschung wird immer digitaler: Sei es bei der Erschließung von Quellenmaterial, beim Nutzen der zahlreich bestehenden Datenbanken zur Recherche oder bei der visuellen Auswertung von Forschungsdaten. In den „Werkstattberichten Digitale Provenienzforschung“ geben Forschende Einblicke in digitale Methoden, Werkzeuge, Praktiken und Ressourcen.

Kontakt: gabriele.zoellner@hu-berlin.de

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